Archive for December 2009

Hartz IV soll weg

December 20, 2009

Der Forschungsgegenstands diese Blogs ist ernsthaft gefährdet. Die Gefahr des Begriffsreviosinismus geht fei nicht von aktivistischen Tranferleistungsempfängern aus, die durch erfolglose “HartzIV muss weg!” Kampagnen  von Arbeitsloseninitiativen und einschlägigen politischen Rackets hinlänglich bekannt sind  – und die nebenbei bemerkt die Blogbetreiber weniger an dieser Stelle  interessieren.

Die Arbeitslosenverwaltung höchst selbt hintertreibt unseren mühsam entwickelteten Begriffsgegenstand. In der WELT wird berichtet, Heinrich Alt von der Bundesagentur sieht im Hartz-Begriff kein zukunftsträchtiges Entwicklungspotential – der Hartz-Begriff sei gesellschaftlich schlicht zu negativ besetzt. So soll der Duden politisch motiviert entreichert werden.

Die Blogbetreiber warnen an dieser Stelle ausdrücklich vor solcherlei hahnebüchenen, niederträchtigen  Verschleierungsstrategien durch Sozialstaatsbeamtete.

Es knirscht

December 17, 2009

… im islamkritischen Gebälk.

In ‘Ich male mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt.’ auf  Endstation.Rechts macht Mathias Brodkorb himself sich Gedanken über eine in Kameradenkreisen als “verstrahlt” geltende  Ex-CDU, Ex-Junge Freiheit und nun Deutsche Stimme Autorin.  Kurzum, es geht um Angelika Willig.

Auf Brodkorbs Infoseite wird buchstabiert, warum Frau Willig als Selbstverortung in einer Art Schokoladenfabrik wie Willy Wonka leben muss: Ihre Bewegungskameraden sind alle Oompa Loompas, die in christlicher Grundüberzeugung das Abendland retten wollen – oder zumindest bei dessen Rettung behilflich sein wollen.

Dem Freiheitsverherrlicher ist diese spezielle Art der ideologiekritischen Überführung ziemlich schnuppe, er stellt fest:

Dienstag, 15. Dezember 2009 um 23:48 veröffentlicht von Freiheitsverherrlicher

Rot braune Querfrontler wie Angelika Willig, Marc Oliver Scherer, Reinhold Oberlercher, Klaus Rainer Röhl und Werner Olles gehen mir nicht auf den Keks weil sie Querfrontler sind, nicht einmal deshalb weil sie uns ständig ungefragt in unsern Stammforen nerven. Nein, ich halte nur und ausschliesslich für skandalös dass sie dies, ohne ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten, völlig umstandslos AUF UNSRE KOSTEN tun. (Ausnahme: Klaus Rainer Röhl. Der hat geerbt und daher keinen Anspruch auf alg II.)

In ähnlicher Weise wie Frau Willig ist auch Kewil von Fakten&Fiktionen verzaubert. Seine Oompa Loompas sind in diversen PAX- und PRO-Zusammenhängen im Weinberg des Herrn am Werk. Kewils Hoffnungsträger wechseln auch schon einmal den Namen, Zuverlässigkeiten im Geiste des Herrn stellen sich eben oft erst nach einiger Zeit heraus. Die schräge Welt des Kewil  ist vollgestopft mit Blendern und Lumpen, die sich an der eigentlichen Sache zur Rettung des Abendlandes vergehen.

Im Beitrag Bürgerbewegung Pax Europa: Berlin braucht Herrn Rouhs genau so dringend wie Loch im Kopf – nämlich absolut nicht! wird auf die gefälschte Kritik von PAX an einer ehemals kläglichen Figur von Pro-Köln abgehoben, die nun unter anderem Namen die nationale Sache nach vorne bringen möchte. Nich zufällig werden auf seinem Blog die selben Figuren wie bei Brodkorb vom Freiheitsverherrlicher in Stellung gebracht:

  1. Freiheitsverherrlicher meint: 17.12.2009 um 1:19 @Leserin Hätte mich auch sehr gewundert wenn die “Distanzierung” von Pax Europa von der PRO-Bewegung echt gewesen wäre. Die beiden Bewegungen haben nämlich (fast) das gleiche Programm und die gleichen Ansprechpartner, auf Deutsch: lauter kleine Nazi-Hartzler, während die REP, die sich ja wirklich distanziert haben, eine klitzekleine Lobby schwäbischer Häuslebauer sind – denen die Hartzler auf der Tasche liegen.Das Milieu von Pax und PRO ist durchsetzt mit radikalisierten rot-braunen Querfrontlern. Angelika Willig, Klaus Rainer Röhl, Werner Olles, Mark Oliver Scherer, Benjamin Jahn Zschocke und, nicht zu vergessen, Reinhold Oberlercher gehen hier ein und aus. Auf unsere Kosten, versteht sich (außer Röhl, der als Erbe keinen Anspruch auf HartzIV hat).

Im Taka Tuka Land der deutschen  Kreuzfahrer ist viel Phantasie und Bewegung verborgen und in der Weihnachtszeit wird noch einmal extra hoch gepegelt. Ob dieses Niveau durch die Bewegungsfedern noch bis zum 6. Januar 2010  (Heilige drei Könige)  zu halten sein wird?

Kopftuchmord Prozessbeobachter

December 12, 2009

Der Mord des arbeitslosen Diplom-Gabelstaplerfahrers Alex W. an Marwa im Dredener Gericht beschäftigt die Ausländerfeinde weiterhin – hier wurde darüber schon berichtet.  Die Heldenverehrung des Täters läuft weiterhin in indirekter Weise durch Justiz- und Medienschelte, eine Täter-Opfer-Umkehr durchtränkt von national-völkischer Ideologie wird  vorgenommen.

Zu besichtigen ist dieser fortgesetzte Furor wieder bei Kewil, in “Veikko Bartel, Strafverteidiger von Alex W. im Marwa-Mordfall, beim Milli Görus-Magazin” kommt er schnell mit der Sprache heraus und der Freiheitsverherrlicher bringt – bisher unveröffentlicht – den ideologischen Kern der vorgeblich pressekritischen Notiz zum Vorschein:

# Freiheitsverherrlicher meint: Kommentar (p=3399#comment-119223) in Moderation 11.12.2009 um 11:36

“Also, ich hab nun schon ein paar Insel-Bier in der Krone, trotzdem sagt mir mein Restverstand, daß ich keinen Herrn Bartel als Pflichtverteidiger wollte!”

Wenn der Nazi-Hartzler Alex W. gearbeitet hätte müsste er sich nicht mit einem Pflichtanwalt abfinden. So einfach ist das.

“Im übrigen will ich überhaupt nicht von sogenannten Migranten oder deren Zeitungen darüber aufgeklärt werden, was Sache ist! Ich wünsche mir, daß die Einwandernden darüber aufgeklärt werden, was hier schon immer Sache war.”

“… was hier schon immer Sache war”? Dass “Migranten” sich dumm und deppich arbeiten um sich dann von denen, die ihnen ihr Überleben verdanken – also die Alex W., Herres usw. -, ermorden zu lassen? Solche Zustände waren in Deutschland zwar nicht “schon immer Sache”, wohl aber im “Tausendjährigen Reich”. Und das wollen Herre, Alex W. und die anderen Nazi-Hartzler ja wieder aufrichten.

Die Kritik am Mili Görüs Blatt erschöpft sich in “das sind Ausländer”, kein Sterbenswörtchen über die antirepublikanische, antisemitische,  islamistische Ausrichtung dieser sicherlich widerlichen faschistischen Mischpoke.  Die Ausländerfeindschaft tropft Kewil und seinen Stammkommentatoren auch hier aus jeder Pore und mit Mili Görüs haben er und seine Kameraden viele Gemeinsamkeiten – bis auf den Pass.

Arbeitsdienst im Erdbeerfeld

December 8, 2009

Ein Geschenk vom Nikolaus

Der Bonner Rheinische Merkur hat dem Bericht über das Ausländerhasserblog PI einen Raum zugestanden. Anselm Neft (1973) hat seine sachlich korrekte Recherche dort veröffentlicht.

In “POLITISCHE KORREKTHEIT – Ein Gespenst geht um” verfolgt er einige Grundthesen, wie z.B.:

Frauen gehören an den Herd, Türken in die Türkei, Arbeitslose aufs Erdbeerfeld. Wer das behauptet, fühlt sich als mutiger Kämpfer gegen Denk- und Sprachverbote. Ein Irrtum. …

Er kommt zu dem Schluss:

… Eine solche Rhetorik, ebenso wie die PC-Verschwörungstheorie, unterscheidet sich strukturell viel zu wenig von islamistischer Hasspropaganda, um glaubhaft Kritik im Namen eines sowohl christlichen als auch aufgeklärten Abendlandes formulieren zu können. Man sollte, da ist vielen PC-Kritikern recht zu geben, die Dinge beim Namen nennen dürfen. Also nicht „politisch unkorrekt“ sagen, wo „rassistisch“ oder „sexistisch“ treffender wäre.

Nun kann dem  Rheinischen Merkur kaum der Vorwurf gemacht werden,  der Vermuselung, Verschwulung, Vergutmenschung oder Verasselung der bundesrepublikanischen Gesellschaft das Wort zu reden. Vielmehr handelt es sich um ein beständiges, liberal-konservatives Blatt, fernab von Multikulti-Ideologie. Eher wird dort dem christlichen Abendland der Vorzug gegeben. Dass deren Redakteure einen vernünftigen Abstand zum ausländerhassenden Millieu der PI-Leser und seinen Blog-Groupies wahren, erscheint zumindest vernünftig und Kewil von Fact+Fiktionen erkennt zurecht die eigene Isolierung, fernab vom Konservatismus, in Mark und Bein.

Kewils brüske Ablehnung des Neft-Artikels (weil political correct) hat etwas schlüssiges an sich, aber erst im Kommentarbereich kommt der ausländerfeindliche Mob so richtig in Fahrt. Hier konnte der Freiheitsverherrlicher dann doch nicht schweigen, er lässt sich widerholt auf diese Mischpoke – bisher unveröffentlicht – wie folgt ein:

Freiheitsverherrlicher meint: Kommentar in Moderation
6.12.2009 um 23:19
“Ja natürlich gehören Arbeitslose aufs Erdbeerfeld oder in eine annehmbare Tätigkeit.”

Der Witz ist: Die Autoren und Leser von Politically Incorrect möchten gar nicht “aufs Erdbeerfeld oder in eine annehmbare Tätigkeit” wie ihnen der Rheinische Merkur unterstellt. Die wollen vielmehr, zu unserem Leidwesen und, dies bitte niemals, niemals vergessen: AUF UNSERE KOSTEN, ihr Blog betreiben und, was noch schlimmer ist, uns in unseren Stammforen nerven. Zum Beispiel bei Kewil.

Die hiesigen Blogautoren merken sich:  Konservative Journalisten mögen ja so manch eigenartige Ansicht über den Lauf der Welt haben, aber im Rheinischen Merkur wird klargestellt:  Mit völkischen Schmierfinken und Brunnenvergiftern des gesellschaftlichen Klimas möchte man dort bitte nicht in einen Topf geworfen werden.

Wir zünden dann noch eine Adventskerze für die israelische Politikerin Golda Meir (hebräisch ‏גולדה מאיר‎, ursprünglich Golda Meyerson, geb. Mabowitsch; * 3. Mai 1898 in Kiew; † 8. Dezember 1978 in Jerusalem) an,  soviel Zeit muss sein.

In eigener Sache

December 2, 2009

Der Nachforschungsgegenstand dieses Blogs scheint dem Zeitgeist nicht ganz abhold zu sein:

“Hartzen” zum Jugendwort 2009 gekürt
München (dpa) – Für manche ist es eine witzige Sprach-Aktion, für andere ein peinliches Anbiedern an Jugendliche: Ein Jury unter Federführung des Langenscheidt Verlags in München hat des Jugendwort 2009 gekürt – das Rennen machte “hartzen” für gammeln, rumhängen oder arbeitslos sein. … mehr bei gmx

Bildungsnotstand, Hedonismus und Asozialitaet

December 1, 2009

Wer sich nicht so alles sein Mütchen auf dem Buckel der Studenten kühlt

Der erste Advent ist herum, die Zeit des Friedens sollte  in die republikanischen Herzen der Bundesrepublik einkehr halten. Aber aktuell bewegen die helvetische Minarettinitiative, die jüngste Ministerin der Welt,  Sonntagsarbeit im Advent oder Opels Verbleib im Herzen der kapitalistischen Bestie die Meinungsherzen der Öffentlichkeit.
Wir möchten da einen Kontrapunkt setzen und dem Kampf der Studenten um bessere Studienbedingungen Aufmerksamkeit schenken.
Die Bachelorisierung des Studiums an dt. Unis verlangt nicht nur von den Auszubildenden viel Anstrengungen ab, auch der verbeamtete Lehrkörper sollte sich mehr in der Lehre blicken lassen.
In Chemnitz haben die protestierenden Studenten dem Uni-Rektorat eine Forderung abgetrotzt – es geht um die Präsenzpflicht und die Fehlzeiten – die den Studenten ein wenig Erleichterung bei der Bewältigung des verschulten Studiums verschaffen kann. Immerhin wird, die Zusage der Uni Ernst genommen, eine Seminarleistung nunmehr nicht nach zweimaligem Fehlen hinfällig.
Dieser kleine Sieg wie auch die studentische Forderung, das Studium sollte den Interessen und Neigungen der Auszubildenden mehr Raum belassen,  missfallen den Zeitgenossen der braunen Weltnetz-Intelligenzia der Blauen Narzisse. Immerhin scheint der nationale Brainpool zu wissen, die Arbeitswelt ist kein Zuckerschlecken. Genauso deutlich wird aber auch der Irrtum, ein unter Schweiss und Tränen durchlebtes Studium würde den Platz in der Elite sichern. Ein nibulöses Bildungsstahlbad wird der hedonistischen Grundstimmung der Proteststudenten entgegengesetzt.
Der Freiheitsverherrlicher sagte dazu am November 30th, 2009 um 01:22

@Nils Wegner

“(…) Aber gewiss doch. Spaß ist ja auch später im Berufsleben DER Leitfaden schlechthin. … Dieses hedonistische Pack, es ist wirklich unglaublich.”

Mit welchem Recht nennen Sie die Menschen, deren Lebenslust ihnen auch zu beruflichem Erfolg verhilft, “Pack”? Sind es nicht die von ihnen beneideten “Hedonisten”, die Leute wie Sie durchfüttern? Ihr (Gesinnungs-)Freund Benjamin Jahn Zschocke ist ein gutes Beispiel für jemand der sein Leben stets bierernst (das mit dem Bier ist wortwörtlich zu verstehen) genommen hat – und der, nachdem er sich durch Verbindungs-Saufgelage und für ihn ungeeignete Studiengänge durchgequält hatte, als kleiner Hartzler geendet hat. (Oder bekommt Herr Jahn noch etwas Stütze in Form von “Aufwandsentschädigung” als Stadtrat – auf unsere “hedonistischen” Kosten, versteht sich?)

Auf gleichem Niveau wie die Kameraden aus Chemnitz bewegt sich Dr. Christian Hoffmann – der nebenbei bemerkt  seinen Lebensunterhalt als Referent eines klitzekleinen liberalkonservativen Denktanks in der Schweiz bestreitet.

Ihm fällt ganz ehrenamtlich zu den Bildungsprotesten nur ein: Linke bashen. Dazu pickt er sich eine Forderung der Studenten heraus – “Bildung soll keine Ware sein” – um dann auf seinen selbts gewählten Pappkameraden einzudreschen. Liberale Grundgedanken sollen  Ressentiments beschmücken, den protestierenden Studenten wird Asozialität unterstellt. Diese Textproduktion hat natürlich nichts mit den Sorgen und Nöten der Studenten in der Bundesrepublik zu tun, er sorgt damit aber für wohlfeile wie minderbemittelte Textberieselung als Erbauungsliteratur für Antikommunisten  auf der Freien Welt. Dieses intellektuelle Niveau sollte die Freie Welt unbedingt halten, auf unserer Linkliste hat diese Internetpräsenz jedenfalls nichts verloren.

Summa summarum ist aus der rechten Ecke nichts vernünftiges zur Bildungszukunft zu  erwarten,weder beim Jungvolk noch im ehrenamtlichen Aspirantentum zum Establishment.