Ein Geschenk vom Nikolaus
Der Bonner Rheinische Merkur hat dem Bericht über das Ausländerhasserblog PI einen Raum zugestanden. Anselm Neft (1973) hat seine sachlich korrekte Recherche dort veröffentlicht.
In “POLITISCHE KORREKTHEIT – Ein Gespenst geht um” verfolgt er einige Grundthesen, wie z.B.:
Frauen gehören an den Herd, Türken in die Türkei, Arbeitslose aufs Erdbeerfeld. Wer das behauptet, fühlt sich als mutiger Kämpfer gegen Denk- und Sprachverbote. Ein Irrtum. …
Er kommt zu dem Schluss:
… Eine solche Rhetorik, ebenso wie die PC-Verschwörungstheorie, unterscheidet sich strukturell viel zu wenig von islamistischer Hasspropaganda, um glaubhaft Kritik im Namen eines sowohl christlichen als auch aufgeklärten Abendlandes formulieren zu können. Man sollte, da ist vielen PC-Kritikern recht zu geben, die Dinge beim Namen nennen dürfen. Also nicht „politisch unkorrekt“ sagen, wo „rassistisch“ oder „sexistisch“ treffender wäre.
Nun kann dem Rheinischen Merkur kaum der Vorwurf gemacht werden, der Vermuselung, Verschwulung, Vergutmenschung oder Verasselung der bundesrepublikanischen Gesellschaft das Wort zu reden. Vielmehr handelt es sich um ein beständiges, liberal-konservatives Blatt, fernab von Multikulti-Ideologie. Eher wird dort dem christlichen Abendland der Vorzug gegeben. Dass deren Redakteure einen vernünftigen Abstand zum ausländerhassenden Millieu der PI-Leser und seinen Blog-Groupies wahren, erscheint zumindest vernünftig und Kewil von Fact+Fiktionen erkennt zurecht die eigene Isolierung, fernab vom Konservatismus, in Mark und Bein.
Kewils brüske Ablehnung des Neft-Artikels (weil political correct) hat etwas schlüssiges an sich, aber erst im Kommentarbereich kommt der ausländerfeindliche Mob so richtig in Fahrt. Hier konnte der Freiheitsverherrlicher dann doch nicht schweigen, er lässt sich widerholt auf diese Mischpoke – bisher unveröffentlicht – wie folgt ein:
Freiheitsverherrlicher meint: Kommentar in Moderation
6.12.2009 um 23:19
“Ja natürlich gehören Arbeitslose aufs Erdbeerfeld oder in eine annehmbare Tätigkeit.”
Der Witz ist: Die Autoren und Leser von Politically Incorrect möchten gar nicht “aufs Erdbeerfeld oder in eine annehmbare Tätigkeit” wie ihnen der Rheinische Merkur unterstellt. Die wollen vielmehr, zu unserem Leidwesen und, dies bitte niemals, niemals vergessen: AUF UNSERE KOSTEN, ihr Blog betreiben und, was noch schlimmer ist, uns in unseren Stammforen nerven. Zum Beispiel bei Kewil.
Die hiesigen Blogautoren merken sich: Konservative Journalisten mögen ja so manch eigenartige Ansicht über den Lauf der Welt haben, aber im Rheinischen Merkur wird klargestellt: Mit völkischen Schmierfinken und Brunnenvergiftern des gesellschaftlichen Klimas möchte man dort bitte nicht in einen Topf geworfen werden.
Wir zünden dann noch eine Adventskerze für die israelische Politikerin Golda Meir (hebräisch גולדה מאיר, ursprünglich Golda Meyerson, geb. Mabowitsch; * 3. Mai 1898 in Kiew; † 8. Dezember 1978 in Jerusalem) an, soviel Zeit muss sein.